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STRATEGIE13. Juni 2024

Tokenisierung: Helaba setzt auf “Kurs des überlegten Early Followers”

Schwerpunkt: Zukunftstechnologien
Jens Hermann Paulsen, DCE Blockchain & Digital Assets Lead, Deloitte

Täglich berichtet das IT-Finanzmagazin über Zukunftstrends, neue Technologien und deren Einsatzmöglichkeiten. Doch anlässlich des 10. Geburtstags im Juni 2024 wollen wir es von der Branche noch genauer wissen: Welcher Trend sollte am meisten elektrisieren? Experten von der Helaba und Deloitte setzen auf die Tokenisierung.

Von Jens Paulsen und Lars Ulbricht (beide Deloitte)

Die kontinuierliche Evolution des Finanzsektors birgt stets Risiken, aber auch neue Möglichkeiten. Die Helaba (Website) hat erkannt, dass dezentrale Netzwerke und die Tokenisierung dabei eine Schlüsselrolle spielen. Statt als Vorreiter die neuen Entwicklungen zu betreten, verfolgt das Unternehmen einen Kurs des überlegten Early Followers. Dieser Ansatz ermöglicht es, aus den gewonnenen Erfahrungen und bewährten Modellen der First Mover zu lernen und zugleich die Umsetzung und Verfeinerung dieser neuartigen Ansätze zu erforschen.

Die Helaba verfolgt einen kollaborativen Ansatz, von dem beide Seiten profitieren. So lässt sich von Erfahrungen profitieren und gleichzeitig Wissen, wie man in die Breite skaliert, in Partnerschaften einbringen.”

Tokenisierung und Blockchain

Lars Ulbricht, Senior Consultant Digital Assets & Digital Money, Deloitte

Die Blockchain-Technologie bietet ein weites Feld an Einsatzmöglichkeiten, insbesondere dort, wo mit zahlreichen Stakeholdern interagiert wird. Die Tokenisierung ermöglicht in erster Linie die Realisierung von Digitalisierungs-, Automatisierungs- und Potenzial zur Standardisierung. Distributed Ledger Technologies (DLTs) könnten dabei dazu beitragen, Prozesskosten zu senken und Gewinnmargen zu erhöhen, während sie gleichzeitig Raum für neue, datengetriebene Geschäftsmodelle schaffen.

Priorisierung potenzieller Anwendungsfälle in Zusammenarbeit mit Deloitte

Die Helaba hat die zunehmende Bedeutung der Tokenisierung erkannt und beobachtet das Thema und die fortschreitende Entwicklung in der Technik, der Regulatorik und im Markt schon länger. Im Laufe der letzten Monate hat das Unternehmen mit Deloitte eine detaillierte interne Marktpotenzialanalyse im Bereich der Tokenisierung durchgeführt, um den Mehrwert dieser Technologie für das Geschäftsmodell zu ermitteln.

Neben dem Ertrags- und Marktpotenzial sowie der technischen Umsetzbarkeit wurden auch das Potenzial zur Wertschöpfung, die Relevanz für das Geschäftsmodell der Helaba, potenzielle Risiken sowie regulatorische Anforderungen berücksichtigt. Diese ganzheitliche Analyse ermöglichte eine fundierte Bewertung und Auswahl der aussichtsreichsten Anwendungsfälle. In dieser Analyse hat sich die Tokenisierung von Vermögenswerten als besonders relevanter Anwendungsbereich herauskristallisiert.

Durch die Repräsentation verschiedener Vermögenswerte in digitaler Form auf einer Blockchain bietet die Tokenisierung vielfältige Möglichkeiten zur Produkt- und Dienstleistungsdigitalisierung und Prozessoptimierung. Die Helaba sieht hierin Potenzial für die Erhöhung der Effizienz, die Reduzierung von Kosten und die Erweiterung ihres Produktportfolios. Die Tokenisierung ermöglicht es der Helaba, sich an veränderte Kundenbedürfnisse anzupassen und ihre digitale Transformation weiter voranzutreiben.

Tokenisierung im Digital Asset Bereich

Die Blockchain-Technologie und die Tokenisierung besitzen das Potenzial, Wirtschaft und Gesellschaft tiefgreifend zu verändern. Sie ermöglichen vereinfachte Kostenstrukturen, zum Beispiel bei Auslandszahlungen, und erhöhen die Transparenz und Nachvollziehbarkeit im Zahlungsverkehr und bei Anlagen. Die Tokenisierung eröffnet außerdem Zugang zu illiquiden Assetklassen und Finanzprodukten wie Immobilien oder Kunstwerken für eine breitere Bevölkerungsschicht.

Durch die Tokenisierung können Geschäftsmodelle realisiert werden, die bislang an der Komplexität und den fehlenden Verbindungen zwischen der Blockchain und dem traditionellen Finanzsystem gescheitert sind.”

Autor Jens Hermann Paulsen

ist Director bei Deloitte Consulting, wo er den Bereich Web3 & Digital Assets innerhalb von Deloitte Central Europe leitet. Seine Expertise liegt in den Erarbeitungen und Umsetzung von Strategien zur effizienten Nutzung von Emerging Technologies. Seit 2016 liegt sein Fokus auf den Bereichen Web3, Distributed Ledger Technologies, Kryptowährungen und Tokenisierung.

Beispiele hierfür sind Internet-of-Things-Anwendungen, Kleinstbetragszahlungen und Machine-to-Machine-Payments. Sie erlaubt eine reibungslose Abwicklung von Transaktionen und fördert die Interoperabilität zwischen Banken und Wirtschaftssubjekten auf internationaler Ebene.

Die Effizienzsteigerung durch die Tokenisierung ermöglicht auch die Ausschöpfung von Digitalisierungs-, Automatisierungs- und Standardisierungspotenzialen. Dies kann zu Synergieeffekten führen und die Prozesskosten senken, vor allem bei der Interaktion mit vielen Stakeholdern. Darüber hinaus werden durch die Tokenisierung neue datengetriebene Geschäftsmodelle und Finanzierungsmöglichkeiten eröffnet.

Partnerschaften als Sprungbrett für den Markteintritt

Um den Sprung in diesen Markt zu schaffen, sind starke Partnerschaften für die Helaba unabdingbar. Besonders im Bereich Blockchain und Tokenisierung gibt es einen großen Zuwachs an Jungunternehmen, die nicht nur über das nötige Know-how, sondern auch über technologische Infrastruktur und Produkte verfügen und somit einen  Mehrwert bieten können.

Dafür arbeitet die Helaba mit dem Frankfurter FinTech Cashlink (Website) zusammen, um gemeinsam mit der Cashlink-Infrastruktur den Kunden noch mehr Dienstleistungen und Produkte anbieten zu können.

Autor Lars Ulbricht

ist Senior Consultant bei Deloitte Consulting und Experte für Tokenisierung und Digitale Assets. Seit über drei Jahren unterstützt er insbesondere Finanzunternehmen dabei, Geschäftsmodelle im regulierten Umfeld zu entwickeln und neue gesetzliche Möglichkeiten zu nutzen.

Cashlink verfügt nicht nur über Erfahrung und Praxiswissen in der Begebung von digitalen Wertpapieren und ein breites Netzwerk im Blockchain-Bereich, sondern ist ein wichtiger Infrastrukturanbieter für Tokenisierung in Deutschland. Mit ihrer End-to-End-Lösung, welche die Distribution, Registerführung, den Handel auf Sekundärmärkten und die Verwahrung umfasst, bietet Cashlink zusammen mit der Helaba zukünftig ihren Kunden Zugang zu Produkten und Dienstleistungen.

Ausblick

Die Helaba ist überzeugt, dass die Tokenisierung eine zunehmend wichtige Rolle im Finanzsektor spielen wird. Dabei ist es für Landes- und Regionalbanken wie die Helaba entscheidend, agil und zukunftsorientiert zu handeln, um sich in diesem dynamischen Umfeld erfolgreich zu positionieren.

Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist die bevorstehende Partnerschaft von Helaba mit einem Startup, das eine Tokenisierungslösung anbietet. Durch die Zusammenarbeit wird die Helaba von dem technischen Know-how und den regulatorischen Erkenntnissen des Startups profitieren und gleichzeitig ihr Wissen über Skalierung und Marktexpansion einbringen. Diese Partnerschaft ermöglicht es nicht nur, gemeinsam erste Erfahrungen in diesem neuen Ökosystem zu sammeln, sondern auch voneinander zu lernen und Synergien zu nutzen, um effizienter zu arbeiten und neue dezentrale Geschäftsmodelle zu entwickeln.Jens Paulsen und Lars Ulbricht /dk

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